Rezension Praxibuch Stop Motion Animaton | ©Brickzeit

Rezension – Praxisbuch Stop Motion Animation

Heute möchte ich Euch gerne das Praxisbuch Stop Motion Animation von Alexander Altendorfer vorstellen. Die 3. Auflage ist im August 2020 beim mitp-Verlag erschienen. Doch bevor es losgeht möchte ich mich ganz herzlich beim mitp-Verlag bedanken, der mir dieses Buch kostenlos als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat. Die nachfolgende Rezension spiegelt alleine meine Meinung wieder.

Fakten zum Buch

  • Titel: Praxisbuch Stop Motion Animation – Kreative Filme mit LEGO-Figuren
  • 3. Auflage vom August 2020
  • 192 Seiten
  • Autor: Alexander Altendorfer
  • ISBN: 9783747502488
  • Preis: 19,99€ (broschiert)
  • Erhältlich bei: Amazon, Thalia, mitp und weiteren.

Wie gliedert sich das Buch?

Das Buch teilt sich in die folgenden Kapitel auf.

  • Kapitel 1 – Was ist Stop Motion?
  • Kapitel 2 – Benötigtes Equipment
  • Kapitel 3 – Ideen finden
  • Kapitel 4 – Grundsätzliches zum Film
  • Kapitel 5 – Das Drehbuch
  • Kapitel 6 – Das Set
  • Kapitel 7 – Der Dreh
  • Kapitel 8 – Spezialeffekte
  • Kapitel 9 – Bilder zusammenfügen
  • Kapitel 10 – Nachbearbeitung
  • Kapitel 11 – Veröffentlichung
  • Kapitel 12 – Quellen
  • Kapitel 13 – Glossar
  • Index

Ein Blick ins Buch

Kapitel 1 – Was ist Stop Motion?

Im ersten Kapitel gibt es einen schönen Überblick was Stop Motion ist und welche Techniken darunter zählen.

Kapitel 2 – Benötigtes Equipment

Auf das benötigte Equipment für einen Stop Motion Film wird im zweiten Kapitel eingegangen. Auf die Kamera wird nur sehr kurz eingegangen. Zwar werden Kompaktkamera, Spiegelreflex und Smartphone angesprochen, allerdings wäre hier eine Übersicht gut, welche die Vorteile und Nachteile der jeweiligen Kameratypen darstellt. Wichtige Empfehlungen sind ein Stativ und einen Remote-Auslöser zu verwenden. Bzgl. Computer und Software gibt es nur ganz kurze Hinweise.

Kapitel 3 – Ideen finden

Unter „Ideen finden“ dreht sich alles um Inspiration. Dabei stellt der Autor einige Brickfilme vor, die als Anregungen dienen sollen. Zu jedem der Filme findet Ihr einen entsprechenden Link im Buch, den Ihr allerdings abtippen müsst oder die Linkliste auf den mitp-Seiten verwendet.

Kapitel 4 – Grundsätzliches zum Film

Kapitel 4 beschäftigt sich mit den wesentlichen Grundlagen, die Ihr für die ersten Bilder Eures Films benötigt. Gut erklärt wird hier der Unterschied zwischen Totale, Halbtotale und Close-Up. Auch der Goldene Schnitt und die Drittelregel zur Platzierung von „Darstellern“ und „Objekten“ im Bild werden angesprochen. Sehr gut am Beispiel erklärt wird der Punkt „Tiefenunschärfe“, also mit Hilfe der richtigen Fokussierung den richtigen Bereich scharfzustellen, aber auch herauszuheben. Des Weiteren geht der Autor auf Bildformate (16:9, 4:3 etc.) und den Zusammenhang zur Bildauflösung (Full HD, HD, etc.) ein. Zum Ende des Kapitels wird die Framerate betrachtet und welche Auswirkungen dies auf Eure Arbeitszeit hat. Viele Frames = flüssig = ganz viel Arbeit 😉

Kapitel 5 – Das Drehbuch

Im fünften Kapitel geht es um das Drehbuch. Alexander Altendorfer stellt hier dar wie Ihr die Geschichte zu Eurem Brickfilm schriftlich festhalten könnt. Gerade bei dann schon größeren Projekten ist dies ratsam und wie der Autor schreibt, gibt es Euch die Möglichkeit Eure Story vor dem geistigen Auge ablaufen zu lassen.

Nützliche Hinweise werden auch in Bezug zu Dialogen und die damit verbundene Dauer einer Szene gegeben.

Am Ende des Kapitels wird auch auf das Storyboard, also das visuelle Drehbuch, eingegangen.

Kapitel 6 – Das Set

Im sechsten Kapitel geht es um „das Set“. Hierbei ist natürlich nicht ein LEGO Set gemeint sondern der Aufbau Eures „Filmstudios“ und der Szenenlandschaft. Wertvolle erste Hinweise gibt es zur Standortwahl für Eure Aufnahmen. Einer der wichtigsten Hinweise ist es einen vollständig abdunkelbaren Raum zu verwenden, sodass Ihr mit künstlicher Beleuchtung arbeiten könnt. Ein weiterer wichtiger Punkt auf den eingegangen wird ist die Stabilität Eurer Arbeitsfläche bzw. der Grundfläche Eurer Szene. Zur Beleuchtung findet Ihr einfache Typs die Ihr umsetzen könnt.

Kapitel 7 – Der Dreh

Das siebte Kapitel bringt Euch das Prinzip eines Drehs näher und was Ihr während dem Abarbeiten Eures Drehbuchs beachten solltet. Da je nach Dauer Eures Films viele Bilder entstehen können und die natürlich auch von Eurem Aufnahmegerät auf den Computer gelangen müssen, wird ganz rudimentär über Import/Export und die Organisation der Bilder gesprochen.

Gut beschrieben finde Ich die unterschiedlichen Kapitel zur Verwendung der Kameratypen. Es wird kurz auf Besonderheiten von Kompaktkameras, der Verwendung der App „Stop Motion Studio Pro“ auf einem Smartphone und dem Dreh mit einer Spiegelreflexkamera und der mitgelieferten Remote-Control Software eingegangen.

Erklärungen zum Stop Motion Studio Pro | ©Brickzeit
Erklärungen zum Stop Motion Studio Pro | ©Brickzeit

Diese Kapitel sind aus meiner Sicht die wichtigsten um erste gute Ergebnisse bei Euren Tests zu erzielen. Allerdings müssen sie auch sehr aufmerksam gelesen werden, da im Text einige sehr wichtige Hinweise enthalten sind.

Zum Beispiel

  • Verwendung des „Manuellen Modus“
  • Durchführen des Weißabgleich
  • Automatik abstellen
  • Nutzung der Onion Skin Funktion in Eurer Software (sofern vorhanden)

Das Unterkapitel „Kamerafahrten und -bewegungen“ gibt einen kleinen Einblick, wie Ihr Euren Dreh verfeinern könnt.

Mit was fängt man in der Regel an wenn man sich für Brickfilme interessiert? Richtig, man lässt eine Minifigur gehen. Genau das wird sehr gut in den Unterkapiteln „Die Gehbewegung“ und „Die Laufbewegung“ beschrieben und der Autor gibt Ideen, wie man dies evtl. mit einer Kamerafahrt ergänzen könnte.

Erklärungen zum Walk-Cycle | ©Brickzeit
Erklärungen zum Walk-Cycle | ©Brickzeit

Kapitel 8 – Spezialeffekte

Das für mich interessanteste Kapitel sind die Spezialeffekte. Hier geht darum wie Ihr z.B. eine Figur fliegen lassen könnt. Der Autor beschreibt hier welche Hilfsmittel, wie beispielsweise einen Ständer, ihr verwenden könnte. Gerade beim Fliegen-Effekt wird auch betrachtet wie die Aufnahme mit und ohne Wechsel der Kameraposition erfolgen soll. Dann wird beschrieben wie Ihr das ganze in einem Grafikprogramm verarbeiten solltet.

Folgende Effekte findet Ihr im Buch:

  • Fliegen, Schweben, Springen
  • Matrix „Bullet-Time“-Effekt
  • Geister/durchsichtige Figuren
  • Mundbewegungen
  • Feuer und Wasser
  • Vertigo-Effekt
  • Pistolenschuss

Der Lichtschwert-Effekt ist leider nicht enthalten, aber den könnt Ihr ja in meinem passenden Tutorial nachlesen 😉

Beim Kapitel zu „Geistern/durchsichtige Figuren“ muss ich leider sagen, dass die Schritte zwar nachvollziehbar sind, aber das Bild vom Geist zu dunkel ist, um so richtig den Effekt zu erkennen. Ggf. wäre es gut gewesen hier das Originalbild direkt neben das bearbeitete Bild zustellen.

Kapitel 9 – Bilder zusammenfügen & Kapitel 10 – Nachbearbeitung

Nachdem Ihr den Dreh abgeschlossen habt, geht es in den Kapitel 9 und 10 um die Fertigstellung des Films. Alexander Altendorfer beschreibt das Zusammenfügen der Bilder und auch die Nacharbeitung mit drei (vier) Programmen. Kurz wird hierbei auf die Anwendung von „Microsoft Fotos“ in Windows 10, „Apple iMovie“ auf Mac und der Android/iOS App „Stop Motion Studio Pro“ eingegangen. Bei Zusammenfügen geht es eher um die Aneinanderreihung und die Frame-Rate, während es bei der Nachbearbeitung um Themen wie Schnitt, Titel, Abspann, Musik und Ton geht.

Auf die Profisoftware „Dragonframe“ wird nur ganz kurz eingegangen und auch nur beim Zusammenfügen der Bilder.

Die Kapitel sind sehr allgemein gehalten und sind verständlicherweise keine Komplettanleitung zu den vorgestellten Programmen.

Kapitel 11 – Veröffentlichung

Das letzte Kapitel „Veröffentlichung“ gibt Euch ein paar kurze Tipps wo und wie Ihr Eure Brickfilme veröffentlichen könnt.

Mein Fazit zum Praxisbuch Stop Motion Animation

Das Buch eignet sich sehr gut für Euren Einstieg in die „Stop Motion Animation“ Thematik. Die Reihenfolge ist logisch und die Kapitel bauen aufeinander auf. Sehr sympathisch am Buch finde ich die Verwendung von gängigem Equipment und Zubehör, also z.B. von Schreibtischlampen statt großer Softboxen oder dem Smartphone mit App statt einer Spiegelreflexkamera mit Profisoftware. So hat denke ich jeder die Möglichkeit Beispiele nachzuvollziehen und erste Schritte zu machen.

Eine gute Empfehlung ist auf jeden Fall die App „Stop Motion Studio (Pro)“. Damit lassen sich nach etwas Einarbeit und Übung gute Ergebnisse erzielen. Die enthaltene „Onion Skin“ Funktion ist jedenfalls Gold wert.

Aus meiner Sicht könnten am Ende der Kapitel nochmals die „Key-Take-Aways“ in Stichworten zusammengefasst werden. Des Weiteren ist es natürlich schwierig anhand eines Buches etwas über bewegte Bilder zu lernen. Alexander Altendorfer baut zwar entsprechende Links zu Beispiel-Videos ein, allerdings ist es etwas aufwändig diese Abzutippen und der Verweis zur Linkliste auf den mitp-Webseiten wird schlichtweg überlesen. Ich hätte mir auch gewünscht, dass die Bilder aktualisiert werden. Ein Großteil wird natürlich von der Webseite des Autors (www.stopmotiontutorials.com) wiederverwendet. Allerdings ist z.B. der Walk-Cycle (die Gehbewegung) dort viel schöner dargestellt.

Wer sich selbst noch ein genaueres Bild vom Buch machen möchte, empfehle ich die Leseprobe.

Der Selbstversuch

Einen kleinen Selbstversuch habe ich natürlich auch nochmal gestartet und habe kurz eine Szene mit Darth Vader und Luke zusammengestellt. Die Bilder habe ich mit Smartphone und der empfohlenen App aufgenommen. Die Nachbearbeitung mit den Lichtschwerten ist dann wie gewohnt in Gimp erfolgt.

Das Filmchen ist nicht perfekt, aber zumindest weiß ich jetzt, dass ich besser auf einen festen Untergrund (Stichwort „Schraubzwinge“) und kontinuierliche Beleuchtung achten muss. Auf jeden Fall „Finger weg vom Smartphone“ das verwackelt alles. Nehmt beim iPhone Eure Kopfhörer als Remote-Auslöser 😉

Ich hoffe diese kleine Rezension hat Euch gefallen und hilft Euch ggf. bei einer Buchauswahl.


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